Das Patientendossier wird digital

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    Das elektronischen Patientendossier (EPD) ermöglicht die sichere Aufbewahrung der wichtigen Gesundheitsdokumente an einem zentralen Ort und sorgt dafür, dass Daten unkompliziert und sicher mit relevanten Gesundheitsfachpersonen geteilt werden können.

    Text: Teresa Schmidt

    Hand aufs Herz: Wer von uns kennt alle Details seiner oder ihrer Krankheitsgeschichte? Berichte, Ergebnisse und Daten summieren sich über die Jahre und müssen zusammengetragen und sortiert werden, wenn ein wichtiger Termin bei einem Arzt oder einer Ärztin ansteht. Abhilfe schafft das elektronische Patientendossier (EPD), das in wenigen Schritten eröffnet werden kann. Der Kanton Bern ist einer der ersten Kantone, in dem das elektronische Patientendossier mit dem digitalen EPD-Self-Onboarding-Service der Post vollständig digital eröffnet werden kann.

    Warum überhaupt ein EPD anlesen?

    Bei einem medizinischen Anliegen ist es wichtig, dass Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen unsere Krankengeschichte kennen. Denn Medikamente, Impfungen oder frühere Therapien können einen Einfluss auf die Behandlung haben. Doch nicht immer fallen uns im Gespräch alle Details ein oder Dokumente sind bei verschiedenen Ansprechpersonen hinterlegt.

    «Das elektronischen Patientendossier (EPD) ermöglicht die sichere Aufbewahrung der wichtigen Gesundheitsdokumente an einem zentralen Ort, egal ob Spital- und Pflegeberichte, Untersuchungsergebnisse, Medikationslisten oder Röntgenbilder. Damit sind die Daten nicht mehr nur bei den Ärztinnen oder Ärztinnen gespeichert, sondern auch für Patientinnen und Patienten jederzeit griffbereit», erklärt Matthias Glück, Verwaltungsrat des Spitals Emmental und CEO der Post Sanela Health AG, einer Konzerngesellschaft der Schweizerischen Post.

    Vorteile des elektronischen Patientendossiers

    Dank des EPD können Daten unkompliziert und sicher mit relevanten Gesundheitsfachpersonen geteilt werden. Dadurch wird die Behandlung effizienter, die Qualität besser und zusätzlich können die Gesundheitskosten gesenkt werden. Warum? Weil beispielsweise Doppeluntersuchungen aufgrund fehlender Daten wegfallen oder Lücken in der Behandlung rasch geschlossen werden. In Notfallsituationen können die Rettungskräfte wichtige Informationen im EPD abrufen und schneller reagieren. Das kann Leben retten. Das elektronische Patientendossier trägt auch dazu bei, das Gesundheitswesen langfristig zu digitalisieren und so Zeit und Kosten für die Administration einzusparen.

    Sicherheit wird grossgeschrieben

    Gesundheitsdaten im EPD müssen besonders gut geschützt werden. Deshalb macht das Bundesgesetz zum elektronischen Patientendossier (EPDG) sehr strenge Vorgaben zum Datenschutz und Datensicherheit. Alle Daten werden in der Schweiz gespeichert. Personen, die mit dem EPD zu tun haben, müssen über eine verifizierte digitale Identität verfügen. Und ganz wichtig: Die Kontrolle darüber, wer welche Daten einsehen darf, liegt bei der Person, die das EPD eröffnet.

    Das Spital Emmental gibt dem EPD Schub

    Damit das EPD seine positive Wirkung entfalten kann, sind nicht nur die Nutzerinnen und Nutzer gefordert, sondern auch die Spitäler, Heime und Praxen. Denn sie sollen nicht nur wichtige Dokumente im EPD einsehen, sondern bereitstellen können. Das Spital Emmental hat diesen wichtigen Schritt bereits gemacht – das gibt dem EPD Schub.

    Matthias Glück sieht im EPD einen zukunftsweisenden Schritt für das digitale Gesundheitswesen: «Die Eröffnung des EPD ist unkompliziert und unterstützt beide Seiten – die der Nutzerinnen und Nutzer, aber auch die der Gesundheitsfachpersonen. Warten Sie nicht länger und eröffnen Sie noch heute Ihr EPD.»

    EPD unkompliziert eröffnen in weniger als 30 Minuten

    Mit dem digitalen EPD-Self-Onboarding-Service können Personen ab 18 Jahren ihr EPD komplett online eröffnen. Benötigt werden folgenden Unterlagen:

    • Ein Smartphone (mindestens iPhone mit iOS 13 oder Android-Gerät mit Betriebssystem 8 [Oreo] und NFC-Funktion)
    • Zugang zum persönlichen E-Mail-Konto
    • Biometrischer Reisepass (empfohlen) oder Identitätskarte (Schweiz oder EU/EWR; Ausnahme: Deutsche Identitätskarte)
    • Login-Daten für das persönliche SwissID-Konto
    • Installierte SwissID-App
    • 20-30 Minuten Zeit

    Als Erstes erstellen interessierte Personen mit der SwissID ihre verifizierte digitale Identität. Am einfachsten geht dies mit dem Reisepass. Als Zweites beantragen sie bei der Post Sanela Health AG das EPD. Die nötigen Formulare können sie einfach digital in der SwissID-App signieren. Im dritten Schritt loggen sich die Personen mit dem Initial-Login ins EPD ein und verknüpfen dieses mit der SwissID. Nun steht das EPD bereit und kann mit den ersten Gesundheitsdaten befüllt werden.

    ***

    Die Post Sanela Health AG und das Spital Emmental vereinfachen den Zugang zum elektronischen Patientendossier für die Bevölkerung. Im Rahmen einer innovativen Aktion zur Förderung des digitalen Gesundheitswesens macht das EPD-Postauto der Post Sanela Health AG am 26. Februar in Langnau und am 27. Februar in Burgdorf Halt auf dem Gelände des Spitals, jeweils vor dem Haupteingang. Jeweils von 10 bis 16.30 Uhr.


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