Dienstjubiläum: 15 Jahre Ivo Bergmann
Seit 2011 ist Ivo Bergmann als Leitender Arzt am Spital Emmental tätig. Im Gespräch erzählt er von den ersten Berührungspunkten mit dem Spital Emmental, von zwei Jahren in Australien und was ihn nach all der Zeit noch immer an seinem Arbeitsort begeistert.
Text: Anja Gerber • Geprüft von: Ivo Bergmann, Leitender Arzt Nephrologie
Dass Ivo Bergmann einmal Arzt werden würde, war für ihn nicht von Anfang an klar. Zunächst schrieb er sich für zwei Studiengänge ein: Biochemie und Medizin. Ausschlaggebend für seine Entscheidung war der Kontakt mit Menschen. «Medizinisch-naturwissenschaftliches Denken und die Möglichkeit, kranken Menschen zu helfen begeisterten mich», begründet er seine Wahl fürs Medizinstudium.
Aufgewachsen ist Ivo Bergmann in St. Gallen. Für sein Studium zog es ihn nach Bern, wo er an der Universität Bern studierte und auch seine Frau kennenlernte. Sie ist ebenfalls als Ärztin am Spital Emmental tätig. Bereits während des Studiums hatte Ivo Bergmann erste Berührungspunkte mit dem Spital Emmental: Er war als Unterassistent in der Gynäkologie und lernte das Spital und seine Mitarbeitenden schätzen.
Zwei Jahre Australien
Nach dem Studium arbeitete Ivo Bergmann am Zieglerspital und am Inselspital in Bern. Gemeinsam mit seiner Frau entschloss er sich danach, für eine Weile ins Ausland zu gehen. Die Familie zog mit Kind und Kegel nach Adelaide in Australien. Die Arbeit am Royal Adelaide Hospital und die Lebensart der Australier gefielen ihm sehr. Die Zeit in «Down Under» ist Ivo Bergmann in sehr guter Erinnerung geblieben: «Ich empfehle es jedem, einmal im Ausland zu arbeiten, in eine andere Kultur einzutauchen und andere Arbeitsweisen kennenzulernen.» Die grosse Distanz zur Schweiz, zur Familie und zu Freunden führte schliesslich dazu, dass die Familie wieder in ihr Heimatland zurückkehrte. «Wäre die Distanz zur Schweiz und zu unserem Umfeld nicht gewesen, hätten wir uns gut vorstellen können, länger in Australien zu bleiben», erzählt Ivo Bergmann.
Seit 2011 am Spital Emmental
Zurück in der Schweiz arbeitete Ivo Bergmann als Oberarzt am Inselspital, bis schliesslich die Stelle als Leitender Arzt am Spital Emmental frei wurde. Der Entscheid, sich zu bewerben, fiel ihm nicht schwer: «Das Spital Emmental hatte bereits damals einen guten Ruf und ich kannte schon einige Ärztinnen und Ärzte, die hier arbeiteten.»
Am 1. Oktober 2011 begann somit ein neues Kapitel: Zusammen mit Frau Dr. med. Maja Klein Lüthi übernahm Ivo Bergmann die Leitung der Nephrologie. Seit diesem Tag ist viel passiert. Das Spital ist mit dem Neubau gewachsen und auch die Anzahl Ärztinnen und Ärzte hat zugenommen. Die medizinischen Möglichkeiten und technischen Hilfsmittel haben sich ebenfalls weiterentwickelt. Gerade in der Nephrologie haben medizinische und technische Fortschritte das Überleben und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten in den letzten Jahren deutlich verbessert. So führen z. B. modernere Dialyseverfahren zu merklich schonenderen Behandlungen mit weniger Nebenwirkungen. Innovationen in der Transplantationsmedizin machen ein Leben nach Nierentransplantation oft fast ohne Einschränkungen möglich.
Auch die Digitalisierung hat die Arbeit verändert. Die Krankengeschichte wird heute digital geführt, neue Technologien unterstützen die medizinische Arbeit und viele Abläufe sind dadurch einfacher geworden. Gleichzeitig sind neue Herausforderungen hinzugekommen. «Natürlich gibt es auch Themen, die uns heute mehr beschäftigen als früher – zum Beispiel der stetig wachsende Kostendruck», fasst der Leitende Arzt zusammen.
Die Menschen machen den Unterschied
Trotz all dieser Veränderungen ist Ivo Bergmann nach wie vor sehr zufrieden mit seinem Arbeitsort. Der Arbeitsalltag ist immer abwechslungsreich und nach wie vor schätzt er die tägliche Arbeit mit Menschen – sowohl mit den Patientinnen und Patienten, als auch mit seinen Kolleginnen und Kollegen. «Es gibt Patienten, die ich schon seit 15 Jahren begleite. Gerade solche langjährigen Beziehungen machen meine Arbeit besonders wertvoll», erklärt Ivo Bergmann.
Gemeinsam statt nebeneinander
Eine wichtige Rolle spielt für den Nephrologen auch die Zusammenarbeit im Team. Der Umgang zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegefachpersonen sei sehr kollegial. «Wir arbeiten sehr gut zusammen. Wir sind ein Team und das ist nicht überall selbstverständlich. Das ist für mich sehr wichtig», erklärt der Leitende Arzt weiter.
Dass das Spital nicht zu den ganz grossen Häusern gehört, empfindet er dabei als Vorteil. Die Wege sind kurz, der persönliche Austausch unkompliziert und viele Mitarbeitende kennen sich seit Jahren. So sind über die Zeit nicht nur gute berufliche Beziehungen, sondern auch Freundschaften entstanden.
Das Spital Emmental dankt Ivo Bergmann herzlich für seinen langjährigen Einsatz und sein Engagement für unsere Patientinnen und Patienten.