Mit Sicherheit gut begleitet – wenn sich das Leben plötzlich verändert
Eine Krankheit oder ein Unfall können das Leben von einem Moment auf den anderen verändern. Plötzlich stellen sich Fragen, auf die Betroffene und Angehörige nicht vorbereitet sind: Wie geht es weiter? Was brauche ich im Alltag? Welche Unterstützung ist notwendig? Wer kann helfen – und wie lässt sich diese Hilfe organisieren und finanzieren?
Text: Teresa Schmidt • Geprüft von: Olivia Lanz, Leiterin Sozialmedizinische Koordinationsstelle
In solchen Situationen bedeutet Sicherheit mehr als medizinische Versorgung. Sie bedeutet auch, zu wissen, dass jemand da ist, wenn der Alltag plötzlich nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Genau hier setzt die Sozialmedizinische Koordinationsstelle an, die Teil des Gesundheitsnetzes Emmental ist.
Wenn sich der Alltag plötzlich verändert
Gesundheitliche Veränderungen können vieles ins Wanken bringen. Was bisher problemlos möglich war, wird plötzlich schwierig. Vielleicht braucht jemand Unterstützung bei der Körperpflege, im Haushalt oder bei der Organisation des Alltags. Vielleicht steht ein Aufenthalt in einer Pflegeinstitution im Raum. Oder Angehörige merken, dass sie die Betreuung ihrer Liebsten nicht mehr alleine bewältigen können.
Solche Veränderungen und die damit verbundenen organisatorischen Fragen können Unsicherheit und Angst auslösen. Denn wer weiss schon auf Anhieb, welche Angebote es gibt, wer zuständig ist und welche Unterstützung zur eigenen Situation passt? Sicherheit ist ein Grundbedürfnis, das wir alle kennen. Sie entsteht, wenn wir darauf vertrauen können, gut aufgehoben zu sein und die notwendige Unterstützung zu erhalten.
«Sicherheit bedeutet für mich auch die Gewissheit: Ich erhalte die Hilfe, die ich im Alltag benötige, und kann mich auf die Menschen verlassen, die mich begleiten.»
Olivia Lanz
Leiterin Sozialmedizinische Koordinationsstelle
Unterstützung, die zur Lebenssituation passt
Die Sozialmedizinische Koordinationsstelle ist eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Unterstützungsbedarf, für Angehörige und für Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich. Sie berät rund um Pflege und Betreuung und hilft dabei, passende Angebote zu finden und zu koordinieren. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Unterstützungsangebote aufzuzeigen. Entscheidend ist vielmehr, herauszufinden, was eine Person tatsächlich braucht. Die zentrale Frage lautet deshalb: Welche Begleitung und Unterstützung werden im Alltag benötigt – und in welchem Umfang?
«Wir ermitteln gemeinsam mit den Betroffenen, welche Unterstützung sie im Alltag tatsächlich brauchen», sagt Olivia Lanz, Leiterin Sozialmedizinische Koordinationsstelle. «Wenn der Unterstützungsbedarf geklärt ist, können wir gezielt passende Angebote in der Region aufzeigen und erklären, wie diese finanziert werden können.» Gemeinsam wird die persönliche Situation angeschaut. Wo der Unterstützungsbedarf noch nicht klar ist, wird er zusammen ermittelt. Anschliessend zeigt die Koordinationsstelle auf, welche Möglichkeiten zur Situation passen und wie diese finanziert werden können. So entsteht Schritt für Schritt eine Unterstützung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert.
Das Ganze im Blick behalten
Eine gute Unterstützung lässt sich selten auf einen einzigen Bereich reduzieren. Vielleicht braucht jemand Hilfe zu Hause, medizinische Betreuung, Entlastung für Angehörige und längerfristig einen Platz in einer Pflegeinstitution.
Damit Menschen in solchen Situationen die passende Unterstützung erhalten, müssen verschiedene Angebote zusammenspielen. Genau hier hilft die Sozialmedizinische Koordinationsstelle: Sie kennt die Angebote in der Region und schafft eine Verbindung zwischen den verschiedenen Bereichen der Gesundheits- und Sozialversorgung. So soll die Unterstützung möglichst nahtlos an der individuellen Situation der Menschen ausgerichtet werden.
Auch Angehörige brauchen Sicherheit
Wenn sich die gesundheitliche Situation eines Menschen verändert, betrifft das meist auch das Umfeld. Partnerinnen und Partner, Kinder oder andere nahestehende Personen übernehmen häufig pflegerische oder betreuerische Aufgaben. Auch für sie stellen sich viele Fragen: Was kann ich leisten? Wo brauche ich Unterstützung? Was passiert, wenn die Belastung zu gross wird?
Angehörige brauchen deshalb ebenfalls Orientierung und Sicherheit. Erst wenn sie wissen, dass ihre Liebsten gut begleitet sind und sie die notwendige Unterstützung erhalten, entsteht Raum für Entlastung und Ruhe. Die Sozialmedizinische Koordinationsstelle nimmt deshalb nicht nur die betroffene Person in den Blick, sondern auch deren Angehörige. Sie können sich direkt an die Koordinationsstelle wenden und eine Beratung in Anspruch nehmen.
Die ganze Lebenssituation im Blick
Für die Sozialmedizinische Koordinationsstelle bedeutet ganzheitliche Begleitung, die gesamte Lebenssituation eines Menschen zu betrachten – und nicht nur einen einzelnen Unterstützungsbedarf.
«Ganzheitliche Begleitung bedeutet für uns, nicht nur auf einen einzelnen Unterstützungsbedarf zu schauen. Wir wollen das Ganze sehen und gemeinsam mit den Betroffenen herausfinden, was sie für ihren Alltag wirklich brauchen.»
Olivia Lanz
Leiterin Sozialmedizinische Koordinationsstelle
Die Sozialmedizinische Koordinationsstelle informiert, berät, organisiert und koordiniert. Sie begleitet den Prozess so lange, bis das notwendige Unterstützungssystem aufgebaut ist. Ist die passende Unterstützung organisiert, ist ihr Auftrag erfüllt.
Mit Sicherheit gut begleiten
Die diesjährige Aktionswoche Patientensicherheit stellt nichtübertragbare Krankheiten und die Frage in den Mittelpunkt, wie Menschen und ihre Angehörigen fachlich und menschlich sicher und ganzheitlich begleitet werden können. Die Arbeit der Sozialmedizinischen Koordinationsstelle zeigt, dass Patientensicherheit weit über die medizinische Behandlung hinausgeht. Sie beginnt auch dort, wo Menschen Orientierung erhalten, ihre Bedürfnisse ernst genommen werden und verschiedene Unterstützungsangebote ineinandergreifen.
Denn manchmal bedeutet Sicherheit vor allem eines: zu wissen, dass man nicht alleine alles bewältigen muss.
Kontakt
Sozialmedizinische Koordinationsstelle
Oberburgstrasse 54
3400 Burgdorf
Dorfbergstrasse 10
3550 Langnau
Tel. 034 421 11 00
info@gesundheitsnetz-emmental.ch
www.gesundheitsnetz-emmental.ch
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Montag bis Donnerstag
08.00 – 12.00 Uhr & 13.30 – 17.00 Uhr
Freitag
08.00 – 12.00 Uhr & 13.30 – 16.00 Uhr
Die Beratung und Unterstützung der Koordinationsstelle sind kostenlos.