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17. September 2026
Wissen
Sicherheit
Onkologie

Brustkrebs: mit Sicherheit gut begleitet

Die Diagnose Brustkrebs verändert das Leben von einem Tag auf den anderen. Plötzlich stehen Untersuchungen, Gespräche und Therapieentscheidungen an. In dieser Situation bedeutet Patientensicherheit weit mehr als die Vermeidung von Behandlungsfehlern. Sie bedeutet auch, Orientierung zu geben, Risiken früh zu erkennen und Patientinnen während der oft langen Behandlung verlässlich zu begleiten.

Text: Teresa Schmidt • Geprüft: Rebekka Sieber-Michel, Breast Care Nurse

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Nach einer Brustkrebsdiagnose müssen Betroffene in kurzer Zeit sehr viele Informationen verarbeiten. Was bedeutet die Diagnose? Welche Untersuchungen sind noch nötig? Welche Behandlung kommt infrage? Und wie geht es jetzt weiter?

Gerade in dieser belastenden Situation ist es wichtig, dass Patientinnen nicht mit ihren Fragen und Unsicherheiten alleine bleiben. Eine Breast Care Nurse kann dabei eine wichtige Konstante sein. Sie erklärt medizinische Zusammenhänge verständlich, hilft dabei, den Überblick über den Behandlungsweg zu behalten, und nimmt sich Zeit für Fragen, die im Gespräch mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten vielleicht nicht gestellt werden konnten.

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«Patientensicherheit bedeutet für mich nicht nur, dass Behandlungen medizinisch korrekt durchgeführt werden. Patientinnen müssen auch wissen, was auf sie zukommt, welche Beschwerden wichtig sind und an wen sie sich mit ihren Fragen wenden können.»

Rebekka Sieber-Michel
Breast Care Nurse am Spital Emmental

Wissen schafft Sicherheit

Gute Information ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Wer versteht, was passiert, kann Entscheidungen besser nachvollziehen, Veränderungen des eigenen Gesundheitszustands wahrnehmen und sich aktiv in die Behandlung einbringen. Das gilt insbesondere bei Therapien, die sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken. Patientinnen müssen wissen, welche Nebenwirkungen auftreten können, welche Beschwerden beobachtet werden sollten und wann es wichtig ist, sich beim Behandlungsteam zu melden.

Bei einer Chemotherapie kann Fieber ein Warnzeichen sein, unter einer Bestrahlung können Hautreaktionen auftreten. Auch ein Lymphödem sollte möglichst früh erkannt und behandelt werden. Bei Medikamenten, die über längere Zeit eingenommen werden, ist es wichtig, die korrekte Einnahme und mögliche Nebenwirkungen zu kennen. Die Breast Care Nurse unterstützt Patientinnen dabei, solche Situationen richtig einzuschätzen. So können mögliche Komplikationen früh erkannt und behandelt werden.

Eine konstante Ansprechperson

Die Behandlung von Brustkrebs besteht selten aus nur einer Therapie und wird von verschiedenen Fachbereichen getragen. Chirurgie, Onkologie, Radioonkologie, Radiologie, Pathologie, Physiotherapie, Psychoonkologie und weitere Fachpersonen arbeiten zusammen. Für Patientinnen kann dieser komplexe Behandlungspfad dennoch unübersichtlich werden. Wer ist für welche Frage zuständig? Wo kann ich mich melden, wenn Beschwerden auftreten? Welche Untersuchung kommt als Nächstes?

Eine konstante Ansprechperson gibt hier Orientierung und trägt dazu bei, dass wichtige Informationen nicht verloren gehen. Die Breast Care Nurse begleitet Patientinnen über verschiedene Phasen der Erkrankung hinweg und unterstützt die Vernetzung der beteiligten Fachpersonen. Damit wird Patientensicherheit auch zu einer Frage der Koordination: Die verschiedenen Behandlungsschritte sollen gut ineinandergreifen und die Patientin soll sich dabei nicht selbst durch das System navigieren müssen.

Sicherheit bedeutet auch, selbst mitwirken zu können

Eine sichere Behandlung lebt nicht nur von medizinischem Fachwissen. Auch die Patientinnen selbst spielen eine wichtige Rolle. Sie sollen ihre Therapie verstehen und wissen, was sie selbst dazu beitragen können. Dazu gehört, Medikamente zuverlässig einzunehmen und Nebenwirkungen anzusprechen, statt eine Behandlung aufgrund von Beschwerden eigenständig abzusetzen. Auch Bewegung, Ernährung oder die Vorbeugung eines Lymphödems können Teil des individuellen Umgangs mit der Erkrankung sein.

Die Aufgabe der Fachpersonen besteht deshalb auch darin, Patientinnen zu befähigen. Sie sollen die nötigen Informationen und das Vertrauen erhalten, damit sie ihre Behandlung aktiv mitgestalten können.

Auch Ängste gehören dazu

Eine Brustkrebsdiagnose betrifft nicht nur den Körper. Sie kann Ängste auslösen, den Schlaf beeinträchtigen oder Fragen zum Familienleben, zum Beruf und zur finanziellen Situation aufwerfen. Auch der Umgang mit solchen Belastungen gehören zu einer ganzheitlichen und sicheren Versorgung. Die Breast Care Nurse kann Veränderungen wahrnehmen und bei Bedarf weitere Unterstützung vermitteln – etwa durch die Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, den Sozialdienst oder andere Angebote.

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«Eine Brustkrebsdiagnose betrifft immer den ganzen Menschen. Deshalb gehört für mich auch dazu, Ängste und Sorgen wahrzunehmen und gemeinsam mit den Patientinnen zu schauen, welche Unterstützung sie brauchen.»

Rebekka Sieber-Michel
Breast Care Nurse

Auch Angehörige können einbezogen werden. Sie haben häufig eigene Fragen und Unsicherheiten und können die Patientin im Alltag unterstützen. Wenn sie wissen, worauf es zu achten gilt, können auch sie zu einer sicheren Begleitung beitragen.

Sicherheit, die über die Behandlung hinausgeht

Patientensicherheit wird häufig mit der Vermeidung von Fehlern verbunden. Bei einer Erkrankung wie Brustkrebs, deren Behandlung sich häufig über einen längeren Zeitraum erstreckt, zeigt sich jedoch, dass der Begriff weiter gefasst werden muss. Sicherheit bedeutet auch, dass Patientinnen wissen, was mit ihnen geschieht. Dass sie Warnzeichen erkennen können. Dass Informationen zwischen den beteiligten Fachpersonen fliessen. Dass Fragen gestellt werden dürfen und Sorgen ernst genommen werden. Und dass auch nach einer intensiven Behandlungsphase Unterstützung verfügbar ist. Gerade darin liegt eine wichtige Aufgabe der Breast Care Nurse: fachliche Kompetenz mit menschlicher Begleitung zu verbinden – von der Diagnose über die Therapie bis weit über den Abschluss der Behandlung hinaus.

Wie wichtig diese ganzheitliche Begleitung ist, zeigt auch die diesjährige Aktionswoche Patientensicherheit. Sie stellt 2026 nichtübertragbare Krankheiten in den Mittelpunkt und fragt danach, wie Menschen mit solchen Erkrankungen «mit Sicherheit gut begleitet» werden können. Brustkrebs ist ein eindrückliches Beispiel dafür: Eine sichere Versorgung bedeutet hier nicht nur eine medizinisch korrekte Behandlung, sondern auch Orientierung, gute Kommunikation, Vernetzung und Unterstützung über den gesamten Behandlungsweg.

Denn Patientensicherheit bedeutet nicht nur, Risiken zu vermeiden. Sie bedeutet auch, Menschen in einer verletzlichen Lebensphase Orientierung, Wissen und Vertrauen zu geben.

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Aktionswoche Patientensicherheit 2026

Mit Sicherheit gut begleiten

Die Aktionswoche Patientensicherheit findet vom 14. bis 18. September 2026 statt und steht unter dem Thema «Nichtübertragbare Krankheiten: Mit Sicherheit gut begleiten.» Im Mittelpunkt steht neben den nichtübertragbaren Krankheiten die Frage, wie Betroffene sicher und ganzheitlich begleitet werden können.

Denn gerade bei Erkrankungen, die eine längerfristige Behandlung und Betreuung erfordern, ist Patientensicherheit mehr als die Vermeidung von Fehlern: Information, Koordination, Kontinuität und die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten sind ebenso wichtig.


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