Dienstjubiläum: 20 Jahre Nelli Balsiger
Seit 20 Jahren engagiert sich Nelli Balsiger im Spital Emmental. Kaum jemand hat in dieser Zeit so viele verschiedene Bereiche kennengelernt wie sie. Ob Bettenstation, Tagesklinik oder Aufwachraum – Veränderungen gehörten für sie immer dazu. Was als Zufall begann, ist bis heute ihre Leidenschaft geblieben.
Text: Teresa Schmidt
Einen konkreten Berufswunsch hatte Nelli Balsiger als junge Frau nicht. Lehrerin oder etwas Kreatives wie Töpfern hätte sie sich gut vorstellen können. Der Entscheid für den Pflegeberuf fiel, als ihre Mutter im Spital behandelt werden musste. Die Arbeit der Pflegenden beeindruckte sie so sehr, dass sie selbst schnuppern ging. «Das hat mir sofort gefallen», erinnert sie sich.
Der Weg in die Pflege führte zunächst über ein Vorpraktikum. Dieses absolvierte sie in Langnau, bevor sie ein Austauschjahr in Genf und anschliessend die Vorschule besuchte. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie unter anderem ein Jahr im Spital Burgdorf. Zur Region hatte sie bereits damals einen engen Bezug – hier wollte sie leben und arbeiten. Nach dem Ausbildungsabschluss in Zweisimmen blieb sie noch einige Monate dort und nutzte die speziellen Arbeitszeiten zwischendurch sogar zum Skifahren. Anschliessend wechselte sie für fünf Jahre in den Sonnenhof in Bern. Dort fühlte sie sich wohl und nutzte die Zeit, um Reisen zu unternehmen, die ihr neue Energie für den Berufsalltag gaben.
Der Weg zurück nach Burgdorf
Obwohl sich Nelli Balsiger im Sonnenhof wohlfühlte, blieb der Kontakt nach Burgdorf bestehen. Eigentlich plante sie einen temporären Einsatz am Inselspital Bern. Vor ihrer Thailandreise sprach sie mit einer ehemaligen Kollegin im Spital Emmental. Daraus entstand 2007 ihre Anstellung in Burgdorf. Ihre erste Station war das damalige vierte Obergeschoss im Haus 1, als stellvertretende Abteilungsleiterin. Der Start verlief nicht nur aus beruflicher Sicht anspruchsvoll. Nach ihrer Reise kämpfte sie mit einer Magen-Darm-Erkrankung und fragte sich, ob der Wechsel die richtige Entscheidung gewesen sei. Rückblickend erinnert sie sich: «Ich dachte mir: Wenn ich jetzt in der Probezeit kündige, wollen die mich hier nie wieder.» Mit der Zeit fand sie ihren Platz. Die Privatabteilung mit ihren verschiedenen Fachdisziplinen bot viel Abwechslung und zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.
Immer wieder Neues wagen
Nach der Geburt ihrer beiden Kinder reduzierte Nelli Balsiger ihr Pensum. Da Nachtdienste für sie nie ideal waren, wechselte sie in den damaligen Pflegepool. Dieser wurde jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. So führte ihr Weg auf die heutige Abteilung B1, wo sie auch den Umzug ins neue Spital miterlebte – ein Schritt, auf den sie sich sehr gefreut hatte. 2018 bot sich ihr die Möglichkeit, in die Tagesklinik nach Langnau zu wechseln. Dort übernahm sie die Teamleitung. «Das war meine schönste Zeit im Spital Emmental. Ein tolles Team und die Arbeit hat einfach grosse Freude gemacht.» Mit der Schliessung der Chirurgie in Langnau veränderte sich ihre berufliche Situation erneut. Sie wechselte nach Burgdorf in den Aufwachraum. Auch dort hiess es wieder: Neues lernen, sich einarbeiten und Sicherheit gewinnen.
Ein Beruf, der sich verändert hat
In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Pflegeberuf stark gewandelt. «Das, was ich gelernt habe, und das, was ich heute mache, sind fast zwei verschiedene Berufe», sagt Nelli Balsiger. Medizinische Entwicklungen, neue Prozesse und moderne Technologien prägen den Arbeitsalltag heute stärker denn je. Trotz anspruchsvoller Phasen und personeller Engpässe hat sie ihre Freude am Beruf nie verloren. Besonders schätzt sie die Zusammenarbeit im Team sowie die Dankbarkeit der Patientinnen und Patienten. Dass sie heute mit einem Pensum von 50 bis 60 Prozent arbeiten kann, empfindet sie als grosses Privileg. «Die Mischung aus Arbeit und Freizeit passt für mich sehr gut.»
Mit Freude nach vorne
Auch nach 20 Jahren ist Nelli Balsiger offen für neue Herausforderungen. Im Frühling 2027 beginnt sie die Weiterbildung in Überwachungspflege. «Ich freue mich darauf – und habe gleichzeitig grossen Respekt davor», sagt sie. Privat verbringt sie viel Zeit mit ihrer Familie und ihrem grossen Freundeskreis. Sie reist nach wie vor gerne, fährt Ski und Velo, geht wandern und besucht Konzerte. Wenn sie auf ihre bisherige Laufbahn zurückblickt, zieht sie eine positive Bilanz: «Man muss immer das Gesamtbild anschauen. Unter dem Strich war es eine sehr schöne und abwechslungsreiche Zeit. Vielleicht sind die 20 Jahre auch deshalb so schnell vergangen, weil ich immer wieder Neues erleben und verschiedene Bereiche kennenlernen durfte.»
Das Spital Emmental dankt Nelli Balsiger herzlich für ihren langjährigen Einsatz für unsere Patientinnen und Patienten.