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26. April 2026
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Dienstjubiläum

Dienstjubiläum: 25 Jahre Matthias Scheidegger

Seit 25 Jahren prägt Matthias Scheidegger die Frauenklinik im Spital Emmental. Als Chefarzt und heutiger CMO hat er die Geburtshilfe in der Region entscheidend mitgestaltet – fachlich, strukturell und kulturell. Was ihn antreibt und warum er bewusst ins Emmental zurückgekehrt ist, erzählt er im Gespräch.

Text: Teresa Schmidt • Geprüft von: Dr. med. Matthias Scheidegger, Chefarzt Frauenklinik und CMO (Chief Medical Officer)

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Matthias Scheidegger ist im oberen Emmental aufgewachsen. Seine Eltern waren beide Lehrer und hätten ihren Sohn auch gern im Lehrerberuf gesehen. «Ich hatte aber andere Interessen, fand Technik und Handwerk spannend und habe liebend gern an Töfflis herumgebastelt», erzählt der heutige Chefarzt rückblickend. Der Impuls für die Medizin kam schliesslich in der Berufsberatung, in der Matthias Scheidegger, der gern mit Menschen arbeiten wollte, ein Medizinstudium vorgeschlagen wurde.

Lernen, wachsen – und zurück ins Emmental

Nach dem Studium und zwei Jahren Militärdienst wusste Matthias Scheidegger noch nicht genau, welche Fachrichtung die passende für ihn ist. Seine ersten beruflichen Stationen in Huttwil, Langnau und im Frauenspital halfen ihm, seine Berufung zu finden. Während seiner Dissertation lernte Matthias Scheidegger den zukünftigen Chefarzt von Lugano kennen, der mit der laparoskopischen Chirurgie neue Wege ging und Matthias Scheidegger mit nach Lugano nahm, wo er zwei Jahre als Oberarzt gearbeitet hat. Die Offenheit und Innovationsfreude vor Ort ermöglichten ihm, sich operativ stark weiterzuentwickeln. «Das Team vor Ort war sehr offen und hatte den Anspruch, mir neue Dinge beizubringen. Das war grossartig – und gleichzeitig hat es mich gedanklich immer wieder ins Emmental zurückgezogen», erinnert sich der Chefarzt.

Als leitender Arzt kehrte er schliesslich ins Emmental zurück und nahm die Stelle im Spital Emmental an – in einer Zeit, in der die Geburtshilfe vor grossen Herausforderungen stand und sich im Wandel befand. Schritt für Schritt übernahm er mehr Verantwortung und wurde schliesslich zum Chefarzt ernannt. Er beschreibt seinen Berufsweg so: «Ich hatte keinen definierten Lebensplan. Vielmehr hat sich vieles einfach ergeben. Ich habe mir oft gar nicht so viele Gedanken gemacht – und so passte Lugano und später auch die Chefarztstelle sehr gut zu mir.»

Geburtshilfe im Wandel – und ein klarer Fokus

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Geburtshilfe stark verändert. Medizinische Möglichkeiten und Technisierung haben zugenommen, Eingriffe sind häufiger geworden. Für Matthias Scheidegger war immer klar, dass er bewusst Gegenakzente setzen möchte – mit einem Fokus auf Natürlichkeit, Vertrauen und Zurückhaltung bei operativen Eingriffen, wo immer möglich.

Der Chefarzt zu seinem Bestreben: «Das Wichtigste bei einer Geburt ist Vertrauen. Die werdende Familie soll sich bei uns sicher fühlen und wissen, dass sie hier am richtigen Ort ist. Mit diesem Vertrauen in uns und unser Tun haben sie auch Vertrauen in sich.» Mit diesem Ansatz – und in enger Zusammenarbeit mit den Hebammen – entwickelte sich die Frauenklinik kontinuierlich weiter. Die Zahl der Geburten stieg von rund 400 auf heute etwa 950 pro Jahr.

Führung mit Haltung

Matthias Scheidegger versteht Führung nicht als Frage von Hierarchien, sondern von fachlicher Kompetenz und Haltung: «Autorität entsteht nicht durch einen Titel, sondern durch Fachlichkeit.» Für den Chefarzt steht der Mensch immer im Mittelpunkt. Gleichzeitig vertritt er klare Positionen – auch wenn diese nicht immer auf Zustimmung stossen. «Ich scheue mich nicht, Konflikte anzusprechen, wenn es nötig ist. Wenn es nicht gut läuft, muss man hinschauen und Lösungen suchen. Das kann auch Veränderungen im Team bedeuten – aber manchmal ist das notwendig und hat uns zu der stabilen und verlässlichen Geburtshilfe geführt, die wir heute anbieten können», erklärt Matthias Scheidegger seinen Arbeitsansatz.

Auszeichnung Viktor Award

Ein besonderer Meilenstein war der Gewinn des Viktor Award 2025: Die Geburtenabteilung des Spitals Emmental wurde als «behaglichste Geburtenabteilung» ausgezeichnet. Für Matthias Scheidegger und sein Team ist dies eine wertvolle Bestätigung ihrer Arbeit und ihres Engagements für eine vertrauensvolle und natürliche Geburtshilfe. 

Verwurzelt in der Region

Heute lebt Matthias Scheidegger in Burgdorf. Drei erwachsene Kinder, ein Haus, ein Hund, ein starkes persönliches Umfeld – seine Verbundenheit mit der Region ist deutlich spürbar. Für ihn war die Rückkehr ins Emmental eine bewusste Entscheidung, die er mit seinem Engagement für das Spital Emmental sowie in gesundheitspolitischen Themen für die Region unterstreicht. «Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen im Emmental es verdient haben, dass man sich für sie einsetzt», sagt der heutige Chief Medical Officer (CMO). Mit dieser zusätzlichen Rolle hat sich sein Aufgabenfeld nochmals erweitert. Die strategische Arbeit und die Möglichkeit, das Spital als Ganzes mitzugestalten, reizen ihn sehr. Langweilig wird es ihm also nicht – im Gegenteil.

Teamarbeit als Schlüssel

Was ihn bis heute motiviert, ist neben der inhaltlichen Arbeit vor allem eines: das Team. Viele Kaderpersonen kennt er seit Jahren oder hat sie selbst mit ausgebildet. Für ihn ist klar: Eine funktionierende Zusammenarbeit ist die Grundlage für gute Medizin. «Die Arbeit muss inhaltlich stimmen – aber das Team ist das Wichtigste im Berufsalltag.»

Ausgleich auf zwei Rädern und bei der Familie

Neben seiner beruflichen Tätigkeit achtet Matthias Scheidegger bewusst auf Ausgleich. Seine Freizeit verbringt er gern mit Familie und Hund – oder auf zwei Rädern, motorisiert oder mit Muskelkraft. Er erklärt schmunzelnd: «Ich bin recht pragmatisch veranlagt und schaue, dass genug Zeit für alles bleibt. Ich gehe in meinem Beruf voll auf und weiss dennoch, dass es ein Leben daneben gibt, dem ich bewusst Zeit und Raum gebe.»

Das Spital Emmental dankt Matthias Scheidegger herzlich für seinen Einsatz für die Menschen in der Region in den letzten 25 Jahren.


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