Dienstjubiläum: 15 Jahre Gabriella Grassi
Was als Praktikum während ihres Studiums begann, entwickelte sich für Gabriella Grassi über 15 Jahre zur beruflichen Heimat. Heute ist sie Hebamme und Abteilungsleiterin und würde keinen Beruf lieber ausüben.
Text: Teresa Schmidt
Der Weg zur Hebamme – über Umwege zum Wunschberuf
Gabriella Grassi ist im Emmental aufgewachsen und besuchte das Gymnasium in Thun. Während dieser Zeit festigte sich der Wunsch, Hebamme zu werden – doch der Weg dahin war nicht ganz geradlinig. Die erste Aufnahmeprüfung für die Hebammenschule bestand sie nicht. Doch statt aufzugeben, entschied sie sich, zunächst praktische Erfahrungen zu sammeln. «Ich verbrachte ein halbes Jahr im Spital Emmental am Standort Langnau, auf der damaligen Abteilung für Komplementärmedizin und Psychosomatik. So konnte ich erste Spitalluft schnuppern. Später absolvierte ich ein längeres Praktikum auf der Geburtenabteilung im Salem-Spital, was mich in meinem Ziel, Hebamme zu werden, sehr bestärkte», erinnert sich die heutige Abteilungsleiterin. Schliesslich klappte es doch mit dem Studium: 2008 beginnt Gabriella Grassi ihre Ausbildung zur Hebamme an der Fachhochschule in Bern. Verschiedene Praktika führten sie in unterschiedliche Spitäler, die letzten zehn Monate ihres Studiums verbrachte sie im Spital Emmental in Burgdorf – und fand dort schnell ihren Platz. «Ich hatte schon vorher viel Gutes über Burgdorf gehört. Und weil ich aus dem Emmental komme, fühlte ich mich hier rasch zu Hause», sagt Gabriella Grassi weiter. Im September 2011 beginnt sie ihr Praktikum und bereits Anfang 2012 stand fest, dass sie im Team bleiben konnte – eine Ausgangslage, über die sie sich bis heute freut.
Ein abwechslungsreicher Berufsalltag
Als Gabriella Grassi ihre Stelle antrat, arbeitete das Hebammenteam neben den Fachbereichen Geburtshilfe, Wochenbett und Gynäkologie auch noch in einigen interdisziplinären Fachgebieten beispielsweise der Pädiatrie. Diese Vielfältigkeit schätzte sie von Anfang an. Mit den Jahren ist die Frauenklinik aber stetig gewachsen. Die Zahl der Geburten hat zugenommen, neue Themen und Angebote sind hinzugekommen, sodass sich die Frauenklinik heute ausschliesslich ihrer Kernaufgabe, der Frauengesundheit, widmet. Auch das Team hat sich über die Jahre stetig vergrössert – heute umfasst es doppelt so viele Hebammen wie zu Beginn von Gabriella Grassis Anstellung. Es entwickelten sich verschiedene Schwerpunkte und Teilbereiche innerhalb der Frauenklinik, und es kam zu Veränderungen der Verantwortlichkeiten. Gabriella Grassi beschreibt ihren Alltag so: «Die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen ist weiterhin zentral und prägt unseren Alltag. Wir arbeiten nach wie vor eng zusammen – einfach mit mehr Menschen und mehr Themen als früher.» Ihren Berufsalltag erlebt die diplomierte Hebamme bis heute als sehr abwechslungsreich und familiär: «Es gibt noch immer einen festen Kern von Kolleginnen, die schon lange dabei sind. Gleichzeitig sind viele neue dazugekommen. Der positive Teamgeist ist aber stets geblieben.»
Neue Verantwortung durch die Abteilungsleitung
2019 übernahm Gabriella Grassi die Funktion der stellvertretenden Abteilungsleiterin. Einen festen Karriereplan hatte sie dafür nie, doch die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen, reizte sie. Sie erinnert sich: «Ich habe mich immer wohlgefühlt im Team und im Spital – aber ich habe mich manchmal auch gefragt, ob ich nicht noch einmal etwas Neues ausprobieren möchte oder sollte. Die Stellvertretung zu übernehmen war dann eine spannende interne Chance, die mich auf neue Art und Weise forderte.» Neben dem Besuch einer Basisausbildung in Teamführung lernte Gabriella Grassi vor allem sehr viel in der direkten Zusammenarbeit mit ihrer damaligen Vorgesetzten, die ihre langjährige Erfahrung bis heute mit ihr teilt. 2024 wurde Gabriella Grassi Co-Abteilungsleiterin der Frauenklinik, gegenwärtig besteht das Leitungsteam aus insgesamt drei Abteilungsleiterinnen und zwei Stellvertreterinnen.
Zusammenhalt in besonderen Zeiten
Auch schwierige Phasen hat das Team gemeinsam gemeistert – beispielsweise während der Corona-Pandemie. Die Situation brachte grosse Herausforderungen mit sich, sowohl für das Team der Frauenklinik als auch für die Familien, welche in dieser Zeit begleitet wurden. Gleichzeitig erlebte Gabriella Grassi auch eine besondere Form von Zusammenhalt: «Wir waren froh, dass wir weiterhin im Spital arbeiten konnten. Das gab uns eine gewisse Normalität, die im privaten Alltag plötzlich fehlte.» Auch für die Familien gab es positive Aspekte: Die Ruhe und Ungestörtheit in den ersten Tagen auf der Wochenbettstation wirkten sich beispielsweise positiv auf das Stillen aus.
Ein Beruf, der genau passt
Der Arbeitsalltag hat sich im Laufe der Jahre verändert, neue Aufgaben sind dazugekommen – etwa die Zusammenarbeit mit den Beleghebammen vom Geburtshaus Emmental, das Gabriella Grassi heute ebenfalls leitet. Die Vielfältigkeit ist aber geblieben, wenn auch in anderer Form als zu Beginn. Besonders schätzt sie die Mischung aus direkter Arbeit mit den Familien und organisatorischen Aufgaben im Hintergrund. «Der Beruf ist genau der, den ich machen möchte. Ich mag den Mix aus Diensten auf der Abteilung, Gesprächen mit Familien und den Führungsaufgaben», sagt sie weiter.
Ausgleich im privaten Umfeld
Auch ausserhalb des Spitals ist Gabriella Grassi gut eingebunden. Sie lebt in Burgdorf, ist seit vielen Jahren in einer Partnerschaft und pflegt ein aktives soziales Umfeld. Vereinsleben und Freundeskreis sind ihr ebenso wichtig wie ihre Familie, zu der sie eine sehr enge Beziehung hat. In ihrer Freizeit sorgt Bewegung für Ausgleich: Joggen, Zumba oder einfach aktiv sein helfen ihr, nach intensiven Arbeitstagen abzuschalten. Zudem hat sie zwei Patenkinder, mit denen sie sehr gerne Zeit verbringt. Gabriella Grassi fasst es so zusammen: «Mein Umfeld ist sehr lebendig und erdet mich gleichzeitig immer wieder – das ist für mich der perfekte Ausgleich.»
Das Spital Emmental dankt Gabriella Grassi herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement für unsere Patientinnen und Patienten.