Podcast: «Die Nieren leiden leise»
Das nephrologische Ambulatorium des Spitals Emmental befasst sich mit Nierenerkrankungen aller Art. Ivo Bergmann, Leitender Arzt Nephrologie, über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Text: Luk von Bergen • Geprüft von: Dr. med. Ivo Bergmann, Leitender Arzt, Nephrologie

Die Hauptfunktion der Nieren besteht darin, das Wasser- und das Mineralstoffgleichgewicht des Körpers aufrechtzuerhalten. Weiter sind sie wichtig für die Filtration und Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten, die Regulierung des Blutdrucks und die Freisetzung bestimmter Hormone. «Eine Nierenkrankheit verläuft meist schleichend und betrifft besonders oft Personen mit Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen», sagt Ivo Bergmann im Podcast. Die Symptome reichen von nächtlichem Harndrang, Ermüdung, Übelkeit, Juckreiz, Muskelkrämpfen, Appetitlosigkeit, Verwirrtheit oder Atemproblemen bis zu Flüssigkeitseinlagerungen im Körpergewebe. Wobei in vielen Fällen in den Frühstadien keine grösseren Beschwerden auftreten. Aber: «Wenn diese Symptome zum Vorschein kommen, ist die Niere meist bereits stark beschädigt.»
Behandlungsmöglichkeiten bei Nierenerkrankungen
Die Behandlung einer chronischen Nierenerkrankung zielt darauf ab, das Fortschreiten zu bremsen und die Ursachen der Nierenschädigung – oft eben Bluthochdruck oder Diabetes – ausreichend zu behandeln. Im Falle eines vollständigen Versagens der Nierenfunktion kann ein Nierenersatzverfahren notwendig werden, Stichwort Dialyse. «Es gibt zwei verbreitete Dialyseformen, bei denen es darum geht, die Nierenfunktion zu ersetzen», sagt Bergmann. Bei der Hämodialyse geschieht dies in regelmässigen Terminen im Spital. Die Peritonealdialyse lässt sich selbstständig daheim durchführen. Auch eine Nierentransplantation kann eine Lösung sein. Hören Sie im Podcast mehr zu Ursachen und Behandlung von Nierenkrankheiten und wie schwierig es ist, in der Schweiz eine Spenderniere zu bekommen.