Ein paar kleine Perlen, aneinandergereiht mit einem Namen, sind ein liebevolles Erinnerungsstück an die ersten Tage mit einem Neugeborenen. Die ehemalige Pflegefachfrau Elisabeth Ryser hat mit der Herstellung der Perlen und dem Nähen von Babykleidung einen Weg gefunden, auch nach ihrer Pensionierung intensiv mit dem Spital Emmental in Verbindung zu bleiben.
Text: Teresa Schmidt
Wer kennt sie nicht: die kleinen Armbänder, die Neugeborene am Handgelenk tragen, verziert mit ihren Namen. Die Perlen, die für die Bänder im Spital Emmental verwendet werden, entstehen in Handarbeit im Emmental. Elisabeth Ryser formt pro Jahr ca. 6'000 der kleinen Kugeln, jede von Hand gerollt aus FIMO – einer Modelliermasse, die durch Wärme aushärtet und anschliessend hitze- und wasserbeständig ist.
Elisabeth Ryser hat eine intensive Beziehung zum Spital Emmental: «Ich habe 18 Jahre im Spital Emmental in Burgdorf gearbeitet. Als Pflegefachfrau war ich sowohl in der Gynäkologie, als auch in der Geburtshilfe im Einsatz. Etwa zwei Jahre vor meiner Pensionierung wurde ich von der bisherigen Perlen-Produzentin angefragt, ob ich die Aufgabe von ihr übernehmen möchte. So bin ich in die Herstellung der FIMO-Perlen reingerutscht und dadurch immer mit dem Spital in Verbindung geblieben.»
Pro Woche entstehen aus dem FIMO-Material ca. 120 Perlen. Diese werden von Elisabeth Ryser für einen schöne Rundung auf Watte gelagert und anschliessend bei 110 Grad für 30 Minuten getrocknet. In die ausgehärteten, ohnehin schon kleinen Kugeln, bohrt die Pflegefachfrau anschliessend ein kleines Loch.
«Die fertigen Perlen bringe ich ins Spital Emmental, wo die Hebammen die Namensbänder mit Faden und Buchstaben für die Neugeborenen fertigmachen. Ich finde es einen schönen Gedanken, dass ich ein kleines Erinnerungsstück für die Neugeborenen und ihre Eltern mitgestalten darf», sagt die gelernte Kinderpflegerin.
Das Material erhält Elisabeth Ryser vom Spital Emmental nach Hause geschickt. Sie produziert aus einem FIMO-Block ca. 240 Perlen. Farblich ist alles möglich, was der Hersteller der Modelliermasse herstellt. «Ich kann die Perlen wunderbar am Abend vor dem Fernseher herstellen. Das hat etwas Beruhigendes und ich habe nach all den Kugeln mittlerweile ein gutes Gespür dafür, wie viel Material ist pro Kugel benötige und muss den Blick nicht vom spannenden Film abwenden», erzählt Elisabeth Ryser schmunzelnd.
Neben den Namensbändern, die für die Eltern ein liebevolles Erinnerungsstück an die ersten Tage mit ihrem Baby sind, spielen auch die Kleidungsstücke, die die Neugeborenen im Spital tragen eine zentrale Rolle im Leben von Elisabeth Ryser. «Ich finde Kleidung für die Kleinen etwas unglaublich Schönes und habe grosse Freude daran, diese selbst zu nähen. Pro Jahr Nähe ich ca. 15 Hosen, 20 Oberteile wie Pullover oder Shirts und einige Mützen, die die Hebammen und Pflegenden den Kleinen und ihren Eltern zur Verfügung stellen», berichtet die Pflegefachfrau weiter.
Das Spital Emmental freut sich, durch die Mithilfe von Elisabeth Ryser, den Eltern und ihren Neugeborenen einen wohligen Start ins Leben zu ermöglichen.