Header Service
Claim
Modern. Menschlich. Mittendrin.
16. Mai 2026
Wissen
Dienstjubiläum
Psychiatrie

Dienstjubiläum: 25 Jahre Thomas Lüthi

Vom Bauernhof in die Psychiatrie, vom Pflegefachmann zum betrieblichen Abteilungsleiter – im Gespräch berichtet Thomas Lüthi über seinen spannenden Weg und sein Engagement in der Tagesklinik für Krisenintervention in Burgdorf. 

Text: Teresa Schmidt • Geprüft von: Thomas Lüthi, Leiter Tagesklinik Psychiatrie Burgdorf

Thomas_Lüthi_Blog.jpg
Thomas Lüthi

Thomas Lüthi ist auf einem Bauernhof in einer weltoffenen, landwirtschaftlich geprägten Familie aufgewachsen. Früh lernte er Verantwortung zu übernehmen, anzupacken und mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung absolvierte er die Meisterprüfung und übernahm gemeinsam mit seiner Frau den elterlichen Betrieb. Weil der Hof jedoch langfristig zu klein war, reifte der Entscheid für eine berufliche Veränderung. «Rückblickend ist mein Weg beinahe vorgezeichnet gewesen. Schon als Kind hat mich das Gesundheitswesen fasziniert. Als ich einem Berufsberater erklärte, was er suche und auf einen Tipp hoffte, sagte dieser mir, dass ich doch eigentlich bereits selbst weiss, was ich möchte – nämlich ins Gesundheitswesen», erzählt Thomas Lüthi schmunzelnd.

Der Weg in die Psychiatrie

Die Psychiatrie war für Thomas Lüthi schon früh ein Thema, wenn auch nicht zwingend an erster Stelle. Mit Anfang 30 hatte er aber eine klare Vorstellung davon, was zu ihm passt und er entschied sich für die Ausbildung zum Pflegefachmann HF mit Schwerpunkt Psychiatrie. Zwischen 1997 und 2001 absolvierte er die Ausbildung im Psychiatriezentrum-Münsingen mit externen Praktika in der Orthopädie in Langenthal sowie einem stationären und einem teilstationären Praktikum in der Psychiatrie in Burgdorf. Parallel dazu führte er, dank der Unterstützung seiner Ehefrau und seiner Mutter, den Landwirtschaftsbetrieb weiter, den er auf Mutterkuhhaltung umstellte und erst 2025 in die Hände der nächsten Generation weitergab.

Seit 25 Jahren in der Tagesklinik Burgdorf

Seit seinem Ausbildungsabschluss im Jahr 2001 arbeitet Thomas Lüthi in der psychiatrischen Tagesklinik in Burgdorf. Ein Stellenwechsel sei für ihn nie ein Thema gewesen. «Es gab ständig betriebliche oder politische Veränderungen, bei denen ich mitwirken und mitgestalten konnte», sagte Thomas Lüthi. Im Spital Emmental hat er sich immer gut integriert gefühlt. Als der Pflegefachmann HF seine Arbeit begann, war der Alltag noch deutlich anders organisiert. «Vor 25 Jahren waren wir nur zu dritt, die Ärzte waren nur teilweise vor Ort», sagte der Leiter der Tagesklinik für Krisenintervention rückblickend. Heute seien Abläufe und Behandlungen deutlich schneller, strukturierter, fokussierter und werden von einem viel grösseren interprofessionellen Team begleitet.

Wandel von Langzeitbegleitung zu Krisenintervention

Besonders stark verändert hat sich das Behandlungskonzept der Psychiatrie. Während früher eher langfristige Begleitungen im Vordergrund standen, liegt der Fokus heute auf rascher Krisenintervention. «Inhaltlich sind die Probleme aber oft noch dieselben. Was sich verändert hat, sind die gesellschaftlichen Anforderungen – heute wird viel schneller erwartet, dass es den Betroffenen rasch besser geht», meint Thomas Lüthi. Er fasst es so zusammen: «Würde die Psychiatrie medizinisch umschrieben werden, dann wäre sie ein Trümmerbruch – und der heilt einfach nicht innerhalb von sechs Wochen.»

Der Mensch im Mittelpunkt

Im Zentrum seiner Arbeit stehen für Thomas Lüthi immer die Menschen, zu denen er – als wichtigste Grundlage für die Behandlung – Vertrauen aufbauen muss. «Ich bin da, um die Probleme, die die Patientinnen und Patienten mitbringen, auszuhalten und mitzutragen», erklärte der Leiter der Tagesklinik für Krisenintervention. Unterstützen könne das Team viel – die Umsetzung liege jedoch letztlich bei den Betroffenen selbst. In der Tagesklinik begegnet er Menschen aus allen Altersgruppen. Besonders oft betroffen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren und Erwachsen ab etwa 50 Jahren.

Führung mit Nähe zur Praxis

Seit 2016 bildet Thomas Lüthi nach einer Leadership-Ausbildung gemeinsam mit einem Kollegen die Dualleitung der Tagesklinik für Krisenintervention. Trotz Führungsaufgaben ist ihm der direkte Kontakt zu Patientinnen und Patienten wichtig. «Ich möchte leiten, aber auch an der Basis mit den Betroffenen arbeiten», betonte Thomas Lüthi. Zu seinem Arbeitsalltag gehören Leitungsaufgaben, Fallführungen sowie die Mitarbeit im Behandlungsteam – etwa bei Gruppentherapien, Einzelgesprächen, Vernetzungsarbeit und Beratungen im biopsychosozialen Bereich.

Teamarbeit und verschiedene Blickwinkel

Besonders schätzt Thomas Lüthi die Zusammenarbeit im interprofessionellen Team aus Psychiatrie, Psychologie, Sozialarbeit und Pflege. Der Austausch mit Menschen aus Stadt und Land, mit akademischen oder handwerklichen Ausbildungen, bringe viele Ideen und viel Offenheit. «Manchmal würde es jedem von uns helfen, die unterschiedlichen Blickwinkel von allen Seiten sehen zu können und in die eigenen Überlegungen mitzunehmen – davon würden wir wohl alle profitieren», sagte Thomas Lüthi.

Krise als Chance

Auch nach 25 Jahren geht Thomas Lüthi seine Arbeit mit Überzeugung an. Schwierige Schicksale sind ihm immer wieder nahegegangen, dennoch habe er sich stets gut abgrenzen können. Der Leiter der Tagesklinik für Krisenintervention sieht Krisen als Chancen und versucht, diesen Ansatz auch mit den Betroffenen zu besprechen. «Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Krise das Leben bereichern kann, wenn wir offen genug sind, die Möglichkeiten zu erkennen und anzunehmen», fasst Thomas Lüthi seine Arbeits- und Lebenseinstellung zusammen.

Das Spital Emmental dankt Thomas Lüthi herzlich für seinen Einsatz für unsere Patientinnen und Patienten.


Das könnte Sie auch interessieren

Publikumsvortrag_Blog.jpg
Bild Legende

Publikumsvorträge

Spitalgebaeude_Burgdorf_Blog.jpg

Mehr aus dem Spital Emmental

Blog.jpg
Bild Legende

Zu allen Blogbeiträgen