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28. Juli 2025
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Dienstjubiläum

Dienstjubiläum: 20 Jahre Dora Niederhauser

Fast 40 Jahre in der Pflege, verschiedene Weiterbildungen und ein Fachgebiet, dass sie nicht eingeplant hatte: Wie Dora Niederhauser zur Psychiatrie gekommen ist und was sie nach 20 Jahren im Spital Emmental schätzt, erzählt die Pflegefachfrau im Gespräch.

Text: Teresa Schmidt

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Dora Niederhauser ist seit fast 40 Jahren in der Pflege tätig. Mit 18 Jahren arbeitete sie erstmals als Schwesterhilfe in einem Alterspflegeheim, was ihr den Einstieg in die pflegerische Berufswelt eröffnete. Nach der Ausbildung FA SRK (Fähigkeitsausweis in praktischer Krankenpflege SRK) entschied sich Dora Niederhauser, das Diplomniveau zu absolvieren und bildete sich dementsprechend weiter. Die somatische Pflege gefiel ihr gut, sie wurde jedoch von einem Dozenten der Psychiatrie mit der Frage konfrontiert, ob sie sich nicht auch vorstellen könnte, in der Psychiatrie zu arbeiten.

Nach reichlicher Prüfung und einigen Schnuppertagen in der Psychiatrie entschied sich Dora Niederhauser für den Einstieg in die Psychiatrie. Der Ansatz des Bio-Psycho-Sozial-Modells, das die Krankheit als eine Störung der Interaktion von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren versteht, hat sie überzeugt, sodass die Pflegefachfrau voller Überzeugung in die Psychiatrie wechselte. Um theoretische Inhalte nachholen zu können, absolvierte sie die höhere Fachschule in Psychiatrie und war von da an in verschiedenen psychiatrischen Institutionen tätig.  

Emphatische Nähe und zugleich emotionale Distanz

Die Themen bezüglich Nähe und Distanz haben die Pflegefachfrau in der Anfangszeit stark herausgefordert, da sie erst lernen musste, was emphatische Nähe- und zugleich emotionale Distanz bedeutet. In den Anfangsjahren liess sich Dora Niederhause regelmässig coachen, um die Reflexion als Lernfeld zu nutzen. In diesem Coaching lernte sie, wie emotionaler Schutz funktioniert und wurde dadurch fachlich und persönlich reifer. Die Berufsfreude ist der Pflegefachfrau bis heute geblieben und ihr Interesse, selbst Lernende zu bleiben, ist nicht abgerissen. Dies ist auch der Grunde für die viele verschiedenen Weiterbildungen, die sie besucht hat.

Wechsel zwischen offener und geschlossener Psychiatrie

Insgesamt fünf Jahre arbeitete Dora Niederhauser auf geschlossenen Psychiatrieabteilungen. Diese waren ein gutes Lernfeld, insbesondere die Begegnungen mit der Aggression und Gewalt. «Von dem Moment an, als ich verstanden habe, dass hinter der Aggression immer Angst verborgen ist, konnte ich einen entspannteren Umgang in der Begleitung solcher Zustandsmomente finden», erklärt die Pflegefachfrau.

Seit 20 Jahren arbeitet Dora Niederhauser im Spital Emmental – zu Beginn auf der Kriseninterventionsstation in Burgdorf und später in Langnau, da die Station wegen eines Umbaus in Burgdorf nach Langnau verlegt wurde. Langweilig geworden ist es der Pflegefachfrau nie, vielmehr habe sie dank der Vielzahl an Krankheitsbildern Lernende bleiben können. Die Zusammenarbeit mit allen Bereichen im gesamten Spital Emmental war über all die Jahre eine Bereicherung. Sie sagt: «Im Spital Emmental arbeiten zu können, macht mir nach wie vor grosse Freude.»

Zusammenarbeit im Team

Die Aufgabe als Leiterin eines Teams ist für Dora Niederhauser eine sehr wertvolle Aufgabe: «Mir ist wichtig, dass jedes Teammitglied sich mit seiner oder ihrer Persönlichkeit und seinen bzw. ihren ganz eigenen Fähigkeiten einbringen kann. Meine Aufgabe ist es, diese Vielfalt so zu moderieren, dass es ins grosse Ganze passt. Seit wir als Team Prinzipien des offenen Dialoges leben, bei denen die Patientin und der Patient miteingeschlossen sind, haben wir noch viel intensiver verinnerlicht, dass hilfreiche Patientinnen- und Patientenbegleitung nur interprofessionell funktioniert».

Ausgleich zum Berufsalltag

Als Ausgleich zum Spital Emmental arbeitet die Pflegefachfrau gern in ihrem Garten und verbringt Zeit bei ihren Hühnern. Dora Niederhauser absolviert zudem momentan einen Lehrgang in Handweberei mit dem Ziel, die selbsthergestellten Stoffe zu Kleidern zu vernähen.

Die Pflegefachfrau fasst zusammen: «Mein Beruf ist grossartig. Er hat mich geprägt und gelassener werden lassen. Vieles, was ich in der Rolle als Leitern eines Teams zu lernen hatte, habe ich teilweise von der Hackordnung im Hühnerstall abgeschaut. Hier haben Henne und Hahn ihren ganz bestimmten Platz und ihre zugeteilten Rollen. Sobald eine Veränderung eintritt, wird gegackert und gehackt, bis eine Neu-Ordnung steht. Wenn der Neuausrichtung die nötige Zeit eingeräumt wird, findet sich das Hühner-Miteinander wieder ganz von selbst. Jedes Lebewesen braucht einfach seinen Platz. Alles muss sich neu formieren – und neu zurechtfinden können, bis der neue Platz wieder Sicherheit vermittelt.» 

Das Spital Emmental dankt Dora Niederhauser herzlich für ihren Einsatz für unsere Patientinnen und Patienten.


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